Zwanzig Kuppeln auf zwölf massiven Pfeilern überdachen die Ulu Camii, die Große Moschee von Bursa: einen rechteckigen Gebetssaal von 55 mal 69 Metern mitten in der Stadt, den das Gouverneursamt der Provinz als die größte aller Moscheen in der Türkei bezeichnet, die den Namen Ulu Cami tragen. Yıldırım Bayezid ließ sie in den letzten Jahren des 14. Jahrhunderts errichten – das Denkmalamt der Großstadtgemeinde nennt 1396 bis 1400 –, und das Gouverneursamt gibt 1400 als Jahr der Fertigstellung an. Als Architekt gilt vermutlich Ali Neccar.

Die Kuppeln haben ihre eigene Geschichte. Nach seinem Sieg bei Niğbolu soll Bayezid beschlossen haben, zwanzig Moscheen zu bauen, und sein Schwiegersohn Emir Sultan riet ihm, stattdessen eine einzige Moschee mit zwanzig Kuppeln zu errichten. Die Überlieferung fügt hinzu, dass Emir Sultan das Grundstück im Traum offenbart wurde, was sich bestätigte, als man am nächsten Morgen darauf sprießendes Gras fand, und dass der Bau mit der Beute von Niğbolu bezahlt wurde.

Im Inneren blieb die mittlere Kuppel zum Himmel offen; inzwischen ist sie verglast. Darunter, im Gebetssaal selbst, liegt ein sechzehneckiges Becken mit einem Brunnen aus drei Schalen; die Achse des Mihrab und die Achsen aller drei Türen kreuzen sich in seiner Mitte. Der Legende nach stand an dieser Stelle das Haus einer alten Frau, die es nicht verkaufen wollte und nicht dazu gezwungen wurde; bis zu ihrem Tod blieb das Grundstück unüberdacht und außerhalb des Gebetsbereichs. Der heutige Brunnen wurde von Karaçelebizade Abdülaziz Efendi gebaut, der als politischer Verbannter aus Istanbul nach Bursa gekommen war, und in den 1640er-Jahren schrieb Evliya Çelebi von Forellen, die in seinem Becken schwammen; das Wasser kam vom Uludağ.

Das Gouverneursamt hält den Minbar für die feinste Handwerksarbeit des Gebäudes. Er ist aus schwarz gebeiztem Walnussholz in der Kündekari-Technik gefertigt: geometrische Teile, so geschnitzt, dass sie ohne Leim und Nägel ineinandergreifen. Eine Zeile entlang des rechten Geländers nennt als Hersteller Hacı Mehmet bin Abdülaziz el-Dukki aus Antep, denselben Meister, der 1379 den Minbar der Ulu-Moschee des İshak Bey in Manisa schuf; einige erhabene Formen an der Ostseite sollen die Sonne und die Planeten darstellen. Der Mihrab mit acht Reihen Muqarnas und sanduhrförmigen Säulchen an den Außenkanten trägt auf seiner linken Seite den Namen seines Meisters, Mehmet Usta. Die Muezzin-Empore auf acht schlanken Säulen stammt von 1549, der runde, aus einem einzigen Marmorblock gehauene Predigtstuhl (Kürsü) von 1815.

Die Wände sind eine Galerie der Kalligrafie. Insgesamt gibt es 192 Inschriften von einundvierzig Kalligrafen in dreizehn verschiedenen Schriftarten – 87 direkt auf die Wände gemalt, 105 auf hängenden Tafeln –, datiert in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts und die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts. Die meisten Tafeln tragen die Signatur des Kalligrafen, und bei den meisten Stücken hat der Kalligraf Şefik Bey Fehlstellen ergänzt oder sie neu geschrieben. Die Moschee bewahrt außerdem wertvolle Uhren, Kerzenleuchter und Koranexemplare auf. Hoch rechts vom Minbar hängt ein schwarzes Tuch, das einst die Tür der Kaaba bedeckte: Nach seinem Ägyptenfeldzug ließ Yavuz Sultan Selim die Verhüllung der Kaaba durch eine neue aus Istanbul ersetzen, brachte die alte nach Bursa und hängte sie selbst in der Moschee auf. Ihre Verse waren mit Goldfaden gestickt, doch Feuchtigkeit, die durch fehlerhafte Restaurierungen eindrang, hat einen Großteil der Stickerei abgelöst, und die Schrift ist heute nur noch bei starkem Licht zu erkennen.

Erster Imam und Prediger der Moschee war Süleyman Çelebi, und das Gouverneursamt verbindet die Entstehung seines Mevlid mit einem Nachmittag hier im Ramadan 1409. Einem Prediger, der den Koranvers erläuterte, nach dem zwischen den Gesandten kein Unterschied gemacht wird (al-Baqara 285), widersprach ein Mann aus der Gemeinde, der meinte, der Prophet Mohammed stehe an Tugend über den anderen; der Streit bewog Süleyman Çelebi, sein Gedicht über die Vorzüge des Propheten zu schreiben. Der Mevlid in türkischer Sprache umfasst rund tausend Doppelverse.

Das Gebäude ist viele Male gebrannt, erschüttert und wiederaufgebaut worden. Als Timur nach seinem Sieg über Bayezid bei Ankara Bursa erreichte, legte sein Heer Feuer an die Nordtür, und später ließ Karamanoğlu Mehmet Bey Holz um die Moschee aufschichten und anzünden. Das Erdbeben von 1855 brachte achtzehn der zwanzig Kuppeln zum Einsturz; verschont blieben nur die neben dem Westminarett und die vor dem Mihrab. Ein Brand 1889 zerstörte die hölzernen Spitzhelme der Minarette, die durch gemauerte ersetzt wurden. Bei den Arbeiten von 1959–1961 wurde der Putz von den Wänden abgeschlagen und die Nordtür in ihrer ursprünglichen Form wiederaufgebaut. Ein 1903 an der Südwestecke errichteter, mit Fliesen verkleideter Brunnen wurde bei diesen Arbeiten abgerissen und 1993–1994 nahe an seinem ersten Entwurf neu gebaut.

Von außen bestehen die Mauern aus behauenem Küfeki-Stein; die Fenster sitzen paarweise, zwei unten und zwei oben, in Blendbögen. Form und Größe der Fenster wechseln von Fassade zu Fassade, und auch die Mauerstärke variiert, von 2,20 Metern im Süden bis 3,10 Metern im Westen. An beiden Enden der Nordfassade erhebt sich je ein Minarett auf einem Marmorsockel mit Ziegelschaft; das westliche ließ Bayezid selbst bauen. Von den drei Türen im Osten, Westen und Norden ist das Nordportal zum Hof das prächtigste, bekrönt von einer Nische mit elf Reihen Muqarnas, während die geschnitzten Walnussflügel der Osttür weitgehend unversehrt erhalten sind. Im Hof stehen drei Brunnen (Şadırvan).

Anfahrt

Die Moschee steht im Zentrum von Bursa an der Atatürk Caddesi. Die Ulu Camii Caddesi, die Straße, die an ihr entlang durch das historische Basar- und Han-Viertel führt, ist eine der belebtesten Passagen des Basars; die Gemeinde Osmangazi zählt sie zu den wichtigsten Zentren des Glaubenstourismus der Stadt.

Wann hinfahren

Klima
In der Provinz Bursa insgesamt reichen die monatlichen Mitteltemperaturen von 5,4 °C im Januar bis 24,6 °C im Juli; im Mai, Juni, Juli, August, September und Oktober liegt das Mittel zwischen 15 und 25 °C; am meisten Niederschlag fällt im Dezember (99 mm), am wenigsten im August (18 mm). Langjährige Mittel 1927-2025 des türkischen Wetterdienstes (MGM).Geprüft: 22. September 2026