Überblick

Im alten Viertel Kırkçeşme, auf der Seite des Goldenen Horns des Valens-Aquädukts, steht ein kleiner Komplex aus Medrese, Grabmal und Sebil. Sein Stifter war Gazanfer Ağa, ein Oberster weißer Eunuch des Palastes unter Mehmed III., ungarischer Herkunft, der im Januar 1603 hingerichtet wurde; seine Stiftungsurkunde vom Januar 1596 verzeichnet, dass er die Medrese und den Sebil erbaute und neben ihnen ein Grabmal für sich anfertigen ließ. Da die Arbeiten in den Jahren ausgeführt wurden, in denen Davud Ağa Oberhofbaumeister war, hält man den Komplex für sein Werk.

Das Grabmal erhebt sich an der Nordwestecke des äußeren Hofes, mit Haustein verkleidet, zwölfeckig und überkuppelt. Es wird von zwei Fensterreihen beleuchtet, wobei zwischen den Fenstern der unteren Reihe Wandschränke eingesetzt sind und darüber im Inneren Spuren von Malerei erhalten sind. Neben dem von Gazanfer Ağa selbst stehen hier zwei Kenotaphe von Frauen. Im Hof um die Grabmäler entstand ein kleiner Begräbnisplatz mit etwa zehn Gräbern, das früheste datiert von 1616.

Der Sebil an der Nordostecke derselben Mauer ist die paar Schritte wert: achteckig, wobei fünf seiner Seiten in die Straße vorspringen, Marmorsäulen mit Muqarnas-Kapitellen, die Spitzbögen aus zweifarbigem Stein tragen, in die Bögen eingeschnittene Steingitter und darunter gegossene Bronzegitter, innen ein Brunnenkranz und in der Kuppel Stuckprofile. Er befand sich bis zur Instandsetzung von 1943 in ruinösem Zustand, als das breite Dach hinzugefügt wurde.

Die Medrese hinter dem Grabmal ist der Grund, warum die Gruppe besteht, und der Eintrag nennt sie eines der ersten Beispiele einer Form, die sich seit dieser Zeit verbreitete: ein kleiner Komplex aus einer eigenständigen Medrese, die nicht an eine Moschee angebunden ist. Der Haupteingang liegt an der Kovacılar Caddesi und öffnet sich in den kleinen Außenhof, in dem das Grabmal und der Sebil stehen; ein zweites Tor führt von dort in die Medrese, die einen regelmäßigen Grundriss hat. Eines darin ist nie erklärt worden: Die Stiftungsurkunde spricht von siebzehn Zellen, während der Grundriss nur fünfzehn enthält, und der Eintrag lehnt den Gedanken ab, den Unterrichtsraum und die Aborte mitzuzählen, um die Zahl zu erreichen. Eine weitere Zelle wurde hinter der auf der Boulevardseite im Süden angefügt und ist nur durch den Raum davor zu erreichen. Der Eintrag nennt das Gebäude außerdem unglücklich in seiner Lage: Dass es so nah am Valens-Aquädukt steht, das ihm den ganzen Nachmittag die Sonne nimmt, hat es zu einem feuchten Ort gemacht.

Es wäre beinahe verloren gegangen. Der Komplex wurde bei den großen Bränden beschädigt, die von den Ufern des Goldenen Horns zum Marmarameer hin liefen, und wurde beim Brand von 1782 verwüstet, jedoch sofort ausgebessert. Ein Verzeichnis der Medresen İstanbuls vom 23. Juli 1869 nennt fünfundzwanzig Männer, die darin wohnten, und ein Bericht vom 2. September 1914 vermerkt, dass dreißig untergebracht werden konnten. Nach der Schließung der Medresen in der republikanischen Zeit überließ man es dem Verfall, und als in den Jahren, in denen Lütfi Kırdar Gouverneur und Bürgermeister war, der Atatürk Bulvarı durchgeschlagen wurde, stand das Gebäude ganz am Rand der neuen Straße, sein Verfall voll sichtbar. Viele historische Bauten auf beiden Seiten des Boulevards – die Moscheen Sekbanbaşı, Revânî Çelebi und Yahya Güzel, die Kırkçeşme-Brunnen – wurden abgerissen, um ihre Grundstücke zu gewinnen; dieser Komplex entging dem und wurde 1943-44 von Ekrem Hakkı Ayverdi instand gesetzt. Die Gemeinde richtete ihn dann als Stadtmuseum ein und zeigte darin Material zu İstanbul; in der Amtszeit von Bedrettin Dalan als Bürgermeister wurde ein Teil dieses Materials in Räume im Yıldız-Palast verlegt, und die geleerte Medrese wurde als Museum für Karikatur und Humor neu eingerichtet. Als 1994 versucht wurde, auch dieses Museum zu schließen, endete die darauffolgende Auseinandersetzung damit, dass das Gebäude als Museum erhalten blieb.

Gazanfer Ağas andere Stiftungen sind über die Stadt und darüber hinaus verstreut. Die Urkunde verzeichnet eine Moschee und eine Grundschule in Gediz sowie Brunnen in Üsküdar. Es besteht kein Zweifel, sagt der Eintrag, dass er der erste Stifter des Ayrılık Çeşmesi und seines offenen Gebetsplatzes an der alten Bagdadstraße nahe der Haydarpaşa-Wiese auf der anatolischen Seite war; und er restaurierte die Otakçılar-Moschee und stiftete daneben einen Brunnen und einen Sebil. Eine Zuschreibung wird bezweifelt: Die Câfer-Ağa-Medrese neben der Hagia Sophia, am Rand der Alemdar Yokuşu, wurde von Sinan gebaut, als ihr Stifter im Oktober 1557 starb, und ein Mann namens Gazanfer Ağa ließ sie 1559-60 fertigstellen – er wird für dieselbe Person gehalten, doch der Eintrag vermerkt, dass mehr als dreißig Jahre die beiden Gebäude trennen, was Zweifel weckt.

Wann hinfahren

Klima
Across İstanbul as a whole, monthly mean temperatures run from 6.8 °C in January to 24.7 °C in August; the mean stays between 15 and 25 °C in May, June, July, August, September and October; rainfall is heaviest in December (99 mm) and lightest in July (22 mm). Long-term means for 1950-2025 from the Turkish State Meteorological Service (MGM).Geprüft: 22. September 2026